Was ist Sexualtherapie?

Sexualtherapie wendet sich an Einzelpersonen und Paare, die sich Gedanken über ihre sexuellen Wünschen, Beziehungen, Vorlieben und Handlungen machen. Häufig möchten auch Paare, die bereits eine gute Beziehung haben, ihre Sexualität bereichern und die Intimität mit Hilfe eines Sexualtherapeuten im Sinne eines Mentors verbessern, sich Inspirationen holen und ihre Fähigkeiten erweitern. Sexualtherapie ist aber auch ein Teil der Paar- und der Psychotherapie.

Wenn Aspekte Ihres Sexuallebens oder Ihrer Beziehung Sie beschäftigen, oder die sexuelle Verbindung zu Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin nicht so ist, wie Sie es sich wünschen, dann ist das Gespräch mit einem erfahrenen, qualifizierten Sexualtherapeuten eine sehr gute Entscheidung.

Wieso?

Sexualität ist nie unabhängig von anderen Aspekten unseres Wesens, unserer Lebensumstände oder Beziehungen. Wenn Sie also Unsicherheiten haben, lohnt es sich, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der sowohl in der Sexualtherapie als auch in der allgemeinen Psychotherapie Erfahrung und Wissen hat.

Da es weder in der Schweiz noch im benachbarten deutschsprachigen Ausland eine wirklich anerkannte Ausbildung in Sexualtherapie gibt, kann sich jeder Sexualtherapeut, Sexualberater oder Sexologe nennen. Entsprechend unterschiedlich ist der jeweilige Ausbildungshintergrund. Sie sollten deshalb darauf achten, dass der Ausbildungshintergrund Ihres Sexualtherapeuten oder Sexualberaters Ihren Wünschen und Bedürfnissen entspricht.

Einige Menschen glauben, dass Sexualtherapie sich auf sexuelles Funktionieren beschränkt, etwa auf die Erektion, den Orgasmus, bestimmte Vorlieben, das Gefühl von Erregung und Lust, oder auf negative Aspekte wie Lustlosigkeit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Doch dies ist häufig nur der Anfang. Unsere Sexualität ist eng verbunden mit vielen anderen Aspekten unserer Persönlichkeit. Denn wir können den Körper nicht vom Geist und der Psyche trennen.

Sexualität wird beeinflusst durch Kultur und Religion, durch unser soziales Umfeld wie etwa die Eltern, durch das, was wir während dem Erwachsenwerden über Sexualität gelernt haben und durch unsere eigenen Erfahrungen. Die Sexualität beeinflusst ihrerseits unsere Körperwahrnehmung, Gesundheit, Stimmung und natürlich auch die sexuelle Befriedigung, die wir in der intimen Beziehung erhalten. Ein Sexualtherapeut muss Fachwissen über all diese Puzzelteile aufweisen – auf den Ebenen von Körper, Gefühl und Geist. Dabei berücksichtigt er Vergangenes wie Gegenwärtiges zu Gunsten der Zukunft.

Themen in der Sexualtherapie

Die Liste sexueller Themen in einer Sexualtherapie ist sehr lange. Hier eine kurze Auswahl möglicher Probleme und Fragen.

  • Verminderte sexuelle Lust
  • Schwierigkeiten erregt zu werden
  • Erektionsprobleme
  • Vorzeitiger Samenerguss
  • Orgasmusprobleme
  • Kommunikation über Sexualität mit dem Partner/der Partnerin
  • Langweilige, eingeschlafene, monotoner Sexualität
  • Partner mit verschiedenen sexuellen Wünschen und Erwartungen
  • Unsicherheiten betreffend Gedanken/Dingen die einem erregen oder abturnen
  • Unsicherheiten der Eltern im Gespräch mit ihren Kindern über Sexualität
  • Verschiedene Beziehungsformen
  • Bedenken betreffend sexuelle Praktiken
  • Fetische